Weltkongress der Mobilität in Hamburg

Kommunikation und Mobilität – wie passt das zusammen – und was hat ein zerstörtes Holzpferd mit dem Weltkongress der Mobilität zu tun?

Der Content House Salon #7 von Hopp und Frenz stand ganz im Zeichen des ITS-Weltkongress 2021 in Hamburg – dem Weltkongress der Mobilität.

Hamburg, das Tor zur Welt und manchmal auch gefühlt der Nabel der selbigen. Dieser Ansicht waren jedenfalls einige Teilnehmer des 7. Content House Salons Anfang 2019. Manchmal wirkte der Diskurs wie ein sechsspuriger Kreisverkehr in Neu Dehli: Etwas durcheinander, teilweise entgegen der Fahrtrichtung aber dann doch ans Ziel kommend. Wenn es um Mobilitätskonzepte der Zukunft geht wurde jedoch eines deutlich: Hamburg ist gut, Kopenhagen besser.

Die Rednerliste hätte unterschiedlicher nicht sein können. Visionäre und Skeptiker im gleichen Raum mit Behördenmitarbeitern und Startup CEOs. Doch was bleibt von einem Abend über Kommunikation und Mobilität neben einem zerstörten Holzpferd aus alten Zeiten. Nun, vielleicht war es mehr als eine Metapher als Hans Stapelfeldt von der Logistik-Initative Hamburg mehrfach gegen den Dekorationsgegenstand aus dem vergangenen Jahrtausend lief. In seinem Vortrag, immer wieder vorwärts rückwärts tänzelnd, wurden die Schubser immer intensiver. Und plötzlich ein leichtes Klingen eines Metallstiftes der zu Boden fiel. Stille im Raum. Sekunden schienen in Zeitlupe abzulaufen. Die hölzerne Antiquität fiel langsam aber sicher in drei Teilen auseinander. So sicher wie der ITS Weltkongress 2021 in Hamburg stattfindet, so sicher manövrierte sich Stapelfeldt bis ans Ende seines Vortrags. Wenig modern, dafür konsequent. So geht Mobilität auf hanseatisch. Doch wird Hamburg damit wirklich zur Weltstadt der Mobilität im Jahr 2021?

Moovel FutureMobilitätsapps machen das Leben leichter

Wie so oft wenn es um das Thema Mobilität und Hamburg geht, wurde der viel zu kleine innerstädtische Flughafen thematisiert. Alle sind sich einig, dass es so nicht weitergehen kann. Eine Zukunftstauglichkeit wurde ihm abgesprochen. Da konnte dann David von Oertzen von moovel mit einem Blick in die Zukunft des Carsharings schon eher Hoffnung verbreiten. In Zukunft werden die unterschiedlichen Mobilitätsapps zu einer Lösung verschmelzen. So werden beispielsweise Ride Pooling, Car Sharing, Bike Sharing und ÖPNV intelligent miteinander verknüpft. Idealerweise zahlt der Nutzer einen Betrag für eine Strecke. Danach steht es ihm frei, wie er seine Fortbewegungsmittel kombiniert. Dafür werden auch Nutzerdaten gesammelt und zur Optimierung ausgewertet.

Michael Otremba von der Hamburg Tourismus GmbH sah darin große Chancen, um die Lebensqualität insgesamt in Hamburg zu erhöhen. Er stellte die Vorteile vom kürzlichen Joint Venture von Daimler und BMW heraus. Auch diese Konzepte lebten von Daten der Nutzer. Das gefiel nicht jedem.

Mobilität und Datenschutz

Das es in einer digitalisierten Welt nicht ohne Daten geht, dürfte jedem klar sein. Wer die Daten erhebt und mit welcher Zielrichtung – darüber wurde reichlich diskutiert. Schließlich zeichnete Prof. Dr. Gesa Ziemer von der HafenCity Universität ein dunkles Szenario, das an George Orwells 1984 erinnern ließ. Daten aus Mobilitätsapps könnten ohne ausreichenden Schutz oder fehlender Aufklärung dazu missbraucht werden, um ein komplettes Bewegungsprofil des Nutzers zu erstellen. So könnten Unberechtigte – möglicherweise Großkonzerne oder totalitäre Systeme – Wissen darüber erlangen, wann der Nutzer ein Fahrzeug an welcher Stelle abgestellt hat und wann er das letzte Mal die Haustür öffnete. Dies sei über Daten aus SmartHome Anwendungen in Kombination mit Daten aus den Mobilitätsapps und beispielsweise Smartwatches möglich. Viel schlimmer sei es jedoch, so Ziemer, dass es keine Mobilitätsprofessur in Hamburg gibt.

Mobilität und Blockchain Technologie

Moritz Stumpf von Blockchain Solutions stellte mit UZE Mobility ein Projekt aus dem Bereich der urbanen e-Logistik vor. Uze MobilityAuf Außenflächen von Fahrzeugen lassen sich zukünftig zielgerichtet Angebote anzeigen. So könnten beispielsweise Möbelhäuser oder Baumärkte kostenfrei Elektrofahrzeuge an Kunden zum Transport der erworbenen Waren ausleihen. Finanziert wird über Werbung, die auf den Fahrzeugseiten angezeigt wird. Je nach Stadtteil, Uhrzeit oder Öffnungszeiten nahe gelegener Geschäfte ändert sich die Anzeige. Apropos Daten: Das Fahrzeug darf freiwillig genutzt werden.

In der anschließenden Diskussion unter den Teilnehmern und Vortragenden ging es zu wie im Straßenverkehr. Alle wollten irgendwo hin, manche gemeinsam, andere planlos. Ich nur schnell nach Hause, mit der Bahn und mittels App. Und wer jetzt weiß, wann ich angekommen bin und was die Fahrt gekostet hat, der darf es sich merken. Bis zur nächsten Fahrt.

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